Fortbewegen – sonst fällt man um. Wider die Ausschließeritis. Im Gespräch Tarek Al-Wazir

Gepostet am 29. November 2016 in Blog, Hintergrundgeschichten, on Tour

Fortbewegen – sonst fällt man um. Wider die Ausschließeritis. Im Gespräch Tarek Al-Wazir

„Europa ist wie ein Fahrrad. Fortbewegen – sonst fällt es um“, sagt Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir im Frankfurter Club-Gespräch vom Handelsblatt zum Thema „Bankenkrise, Brexit und Börsenfusion“.

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Zu diesen Themen sprach er sehr bedacht, denn die Börsenaufsicht gehört zum Hesseisschen Wirtschaftsministerium. Und man hätte ja erlebt, dass öffentliche Äußerungen wie von Minister Gabriel zu Edeka und Tengelmann zu Klagen führen können.

Frankfurt am Main ist der größte Finanzplatz der EU – ohne UK. Es laufen Verhandlungen mit „Kleineren und Größeren“, so Al-Wazir. Wirkungen im Arbeitsmarkt?

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Geld-System-Experiment sucht experimentierfreudige Investoren

Gepostet am 18. November 2016 in Blog, Ideen, Mehrwert

Geld-System-Experiment sucht experimentierfreudige Investoren

In meinem Buch ROCK YOUR IDEA stelle ich über 1.000 Fragen. Fragen sind das wirksamste Mittel, um Ideenfitness zu trainieren und den Ideenfluss anzukurbeln. Eine der Fragen lautet: Was wäre, wenn jeder Mensch seine Träume und Ideen umsetzen könnte? Meinen Insider-Artikel dazu las und kommentierte Eva-Catrin Reinhardt. Wir telefonierten und trafen uns.

Kaum war eine halbe Stunde unseres Meetings vergangen hatten wir eine neue Idee geboren„, beschreibt Eva unser erstes Treffen vor 7 Tagen. Wir sind beide seit vielen Jahren unternehmerisch tätig. Ich startete 1996 kreative Wettbewerbe, 1998 Sprungbrett, 1999 Knack die Nuss, 2007 Younect, 2012 regionale Talentpools, 2015 cleverheads u.v.a. Beide haben wir einen großen Teil unserer kreativen Energie und wertvollen Zeit in die Suche und Gewinnung von Investoren investiert.

Radikal vereinfacht

Allgemein fließt sehr viel Zeit von Menschen mit guten Ideen und der Fähigkeit zur Umsetzung in Investorensuchen, hunderte Pitches und Vertragsverhandlungen. Gelingt ein privates Investment, eine VC-Finanzierung oder eine staatliche Förderung fließt viel Zeit ins Reporting, Kopieren von Unterlagen und Präsentieren von Meilensteinen.

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Diese Erfahrung brachte uns auf folgende regelbrechenden Fragen:

 Was wäre, wenn Ideen schneller getestet und umgesetzt werden?

 Was wäre, wenn mehr Menschen mehr Innovationen starten?

 Was wäre, wenn der Zugang zu Geld radikal vereinfacht wird?

 Was wäre, wenn Menschen einfach zum Konto gehen, Geld abheben und loslegen könnten?

Unsere These

Wenn der Zugang zu Geld radikal einfacher wäre, werden mehr Ideen getestet und umgesetzt. All die viele Zeit und kreative Energie würde nicht mehr in Geldsuche, sondern in die Realisierung von Ideen und Weiterentwicklung fließen. Ein radikal einfacher Zugang zu Geld für Ideen-Macherinnen und Macher bringt mehr wirtschaftlichen Fortschritt und die unternehmerische und kreative Lösung von Herausforderungen – lokal und weltweit. Den meisten Menschen mit Ideen fehlen Gleichgesinnte und Zugang zu Geld-Kapital.

Unser Experiment

10 innovative Investoren geben jeweils 1 Million Euro für unser Geldsystemexperiment. Das Kapital wird individuell über Kreise von bereits vertrauten Menschen zugänglich gemacht. An dem Experiment beteiligen wir 10 Teams mit je 10-20 Teilnehmern. Teams können bestehende GründerInnen-Netzwerke sein genauso wie Stipendiaten der Civil-Academy. Beyond control remains trust.

Wer einen Zugang zum Konto erhält, stimmt einem Vertrauens-Codex zu, nach welchen Regeln Geld abgehoben werden kann und zu welchen Konditionen es zurückgezahlt. Alle Unternehmen, die an unserem Experiment teilnehmen zahlen das erhaltene Kapital mit niedrigen Zinsen zurück. Über die Vielzahl der Teilnehmer entsteht ein Risikoausgleich. Dazu zahlt jeder 3% – 25% (abhängig vom eingeschätzten Risiko) der jährlichen Gewinne auf das Konto, damit das Kapital für weitere Ideen wächst und weiteren UnternehmerInnen zur Verfügung steht.

Vertrauensgeld

Jeder Teilnehmer legt das Budget selber fest, das er für sein Business benötigt. Das Ganze ist so etwas wie eine gemeinsame einfach zugängliche Kreditlinie für alle Beteiligten. Aber es gibt keine Prüfung, keine Schufa, keine Crefo. Die Wirkungen dieses unkomplizierten Zugangs zu der Ressource Geld wird wissenschaftlich begleitet und der wirtschaftliche Erfolg des Experimentes neutral gemessen und bewertet.

Machen Sie mit beim Experiment Vertrauensgeld?

„Die Problemlösungen in unserer Welt müssen unternehmerisch angegangen werden. Es wird und muss ein Wandel von Abhängigkeit zur Selbstbestimmung stattfinden.“ Eva-Catrin Reinhardt

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Wer hat Risikoappetit? Risiko ist Risiko, und Risiko bleibt Risiko

Gepostet am 10. November 2016 in Blog, Hintergrundgeschichten, Ideen, Meine Meinung

Wer hat Risikoappetit? Risiko ist Risiko, und Risiko bleibt Risiko

Ein Buchstabe macht den Unterscheid: „prize“ vs. „price“. „Everybody wants the prize, but nobody is willing to pay the price.“ Bereit, harte Arbeit zu investieren? Opfer zu bringen? Jeder erwartet, dass es einfach ist. Es ist nicht einfach. Streicht „easy“ aus dem Vokabular, wenn ihr etwas Besonderes erreichen wollt. Alles Wertvolle und Bedeutende ist nicht einfach zu erzielen. Risiko ist Risiko und bleibt Risiko.

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Für wirklich Neues gibt es keine Abkürzung. Die kreative Arbeit ist, tiefer ins Dunkle und Fremde zu gehen als alle anderen. Das ist hart, denn keiner kennt das fremde Terrain, keiner hat das Ergebnis je zuvor gesehen, und niemand weiß, wie lange es dauert. Neues braucht Menschen, die lachend Grenzen überschreiten, fest an ihre Vision glauben und Ideen gegen alle Widerstände durchboxen. An welche Grenzen stoßen Sie?

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Advent, Advent, Inspiration brennt. Klug, klüger, Adventskalender

Gepostet am 9. November 2016 in Blog, Ideen, Mehrwert

Advent, Advent, Inspiration brennt. Klug, klüger, Adventskalender

Advent, Advent, was Neues bringt. Kerstin Hack gesteht: „Ich liebe Adventskalender. Es ist einfach so schön, jeden Tag etwas geschenkt zu bekommen.“ Also hat sie sich 24 Geschenke für andere überlegt – mit Zugabe: 25 Impulshefte über Weltveränderer zum Advent mit Menschen, die die Welt gerechter, sozialer, besser, schöner, kreativer, bunter gemacht haben.

Es geht um Musik für Frieden, Kampf aus Überzeugung, Leben in Freude. Jeder Mensch trägt zu Krieg oder Frieden, Schönheit, Vertrauen oder Missgunst und Neid bei. Der „klügste Adventskalender“ zeigt in praktisch-quadratischen Mini-Taschenheften die Fülle an inspirierendem Leben.

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Nelson Mandela. Sophie Scholl. Franz von Assisi. Astrid Lindgren. Pablo Picasso. Coco Chanel. Albert Schweitzer. Marie Curie. Dietrich Bonhoeffer. Yehudi Menuhin. Menschen zur Anregung, selbst bunter und engagierter zu leben.

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Weiter gehen als alle = kreativ. U_N_B_E_K_A_N_N_T = neu

Gepostet am 11. Oktober 2016 in Blog, Ideen, Meine Meinung

Weiter gehen als alle = kreativ. U_N_B_E_K_A_N_N_T = neu

Neues braucht Menschen, die lachend Grenzen überschreiten, fest an ihre Vision glauben und Ideen gegen alle Widerstände durchboxen. Tiefer ins Dunkle und Fremde zu gehen als alle anderen – das ist DIE eigentliche GROSSE kreative Leistung.

A n   G r e n z e n

wenn es nicht zu

gehen s c h e i n t

entsteht Druck für

geniale Lösungen

= I n n o v a t i o n

An welche Grenzen stoßen Sie? Welcher Druck frustriert und bewegt Sie? An welchen Mauern rütteln Sie? Was steht im Weg? Was regt Sie auf? Was ändern Sie? Welchen Nutzen stiften Sie?

Wer keine persönliche Grenze durchbrochen hat, hat nicht innoviert. Wer keine Regel bricht, steckt im Altbekannten und Bewährten. Spinner gehen los, entdecken, machen, scheitern, rennen weiter. Da wird es spannend. Wer nichts Unerwartetes macht, hat keinen Risikoappetit. Sind Sie hungrig?

Neu = fremd = U_N_B_E_K_A_N_N_T. Wo suchen Sie Unbekanntes? Trainieren Sie Grenzsprengung? Gehen Sie mutig an Orte, wo zuvor niemand war? Wer Innovation sucht, muss zuerst an Grenzen stoßen. Grenzen des Wissens. Grenzen des heute Machbaren. Grenzen der Vorstellungskraft… um dann darüber hinaus zu gehen. Jenseits liegt die Innovation. Neues MUSS überraschen. Ideen überraschen wie Witze. Witze sind lustig, wenn die Pointe überraschend um die Ecke kommt.

Wer hat den größten Risikoappetit? Wer hat einen grenzenlosen Knall und geht all in? Sind Sie dazu bereit? „Europa fehlt die Risikokultur für einen Tech-Boom. Ja, in Europa fehlt es eindeutig an Risikokapital – und an Risikoappetit.“, sagt Patrick Healy, Europa-Chef der Investmentgesellschaft Hellman & Friedman. Wird GROSS gedacht? Wird GROSSES gemacht? Oder sind Sie erschrocken von der GRÖSSE Ihrer Idee? Innovation ist Glatteis. Risiko ist Risiko und bleibt Risiko ohne Abkürzung. Vor jedem Erfolg steht nicht nur die Bereitschaft zu scheitern, sondern tatsächlich das Scheitern.

Wo sind Sie auf der Pirsch? Wo überschreiten Sie Grenzen? Wer spinnt grenzenlos? Der Anzahl neuer Ideen sind keine Grenzen gesetzt. Sprudeln Milliarden Ideen? Ideenentwicklung braucht Spaß, Freude, Jubel und den inneren Freiraum, Grenzen zu überwinden und Mauern einzureißen.

Wer grenzenlos spinnt, muss wissen, dass er mit seinen Ideen immer alleine ist. Kein zweiter Mensch sieht die gleiche Idee genauso wie Sie. Und Ihre Erzählung ist nie das Original. Menschen brauchen Erlebnisse und Bilder, um zu verstehen. Wir sind Sinneswesen. Wir spüren die Nässe vom Regen und schmecken die Aromen des Essens. Versuchen Sie, anderen Menschen den Geschmack eines neuen Gewürzes zu erklären. Das ist gar nicht so einfach. Genauso schwer ist es, eine Idee zu vermitteln. Was Menschen nicht selbst erleben, das gibt es für sie nicht. Bild für Bild und Erlebnis für Erlebnis holen Sie Ihre Idee vom Unbekannten ins Bekannte, vom Dunkeln ins Licht, vom Neuland ins Altland.

Persönliches Wachstum findet statt, wenn man etwas versucht, das scheinbar nicht geht. Wenn „geht nicht“ doch geht, gewinnen Sie Ideen und Ideenfitness. Sie werden bereit für mehr und GRÖSSERE Ideen.

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3fach UNgeübt. Zufälliger geht’s nicht. Lotto im Recruiting? Wer ist Profi in Suchen, Texten und Präsentieren?

Gepostet am 3. Oktober 2016 in Blog, Hintergrundgeschichten, Ideen, Meine Meinung

3fach UNgeübt. Zufälliger geht’s nicht. Lotto im Recruiting? Wer ist Profi in Suchen, Texten und Präsentieren?

Profi in Suchen, Texten und Präsentieren?

Hand aufs Herz: Sind Sie dreifacher Profi in Online-Suche, im Verfassen relevanter Kurztexte, im freien Reden und Präsentieren?

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Wer beherrscht diese Fähigkeiten perfekt? Wer fällt Ihnen ein? Sind das die drei Kernkompetenzen, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Ihrem Unternehmen brauchen? NEIN. Meistens nicht. Aber sie entscheiden über eine erfolgreiche oder erfolglose Jobsuche. In den meisten Unternehmen.

Studien belegen, welche Rolle das Foto, das Geschlecht und auch der Vor- und Nachname von Kandidaten im Bewerbungsverfahren spielen. Jugendliche mit ausländischen Namen haben schlechtere Chancen bei Bewerbungen für einen Ausbildungsplatz. Doch noch grundsätzlicher gefragt: Warum ist ein Prozess zum Standard der Personalgewinnung geworden, der Fähigkeiten in den Mittelpunkt des Bewerbungsverfahrens stellt, in dem fast alle Kandidaten UNgeübt sind? Noch schlimmer: Drei Kompetenzen werden zum Killerkriterium, die im Beruf völlig irrelevant sind.

Standard zementiert

In dieser Woche hatte ich das Glück, spannende Menschen persönlich zu treffen, die ich bereits über Twitter kannte wie Cathrin Eggers und Frank Eilers, der einen Podcast zu Rock Your Idea, Ideenfitness und Mythos Fachkräftemangel veröffentlicht hat. Weitere inspirierende Treffen in Berlin und Düsseldorf drehten sich um neue Ideen im Arbeitsmarkt. #AllesGehtAnders glaube ich.

Aber aktuell kommt Innovation unter die Räder, da große Job-Plattform-Anbieter immer größer werden. Der Standard wird weiter zementiert – sei er nun sinnvoll oder sinnlos. Randstad kauft Monster Worldwide, Microsoft kauft LinkedIn, TEGNA sucht strategische Alternativen für die Careerbuilder Group, zu der auch Textkernel u.v.a. gehören. Kürzlich berichtete ich über den Irrsinn, dass 253 Firmen zusammen 513.300 Absagen verschicken, um 7.700 Stellen zu besetzen. Sinnvoll? Wie viele Absagen produzieren 3,6 Millionen deutsche und 23 Millionen europäische Firmen?

Was wäre, wenn sich Firmen und Mitarbeiter ohne Umweg finden würden? Was wäre, wenn die Kompetenzen den Ausschlag geben, die im Job gefragt sind? Vor einem Neuanfang liegt die Erkenntnis, dass was falsch läuft.

Erste Hürde: Profi für Stellenbörsen?

Schauen wir uns das klassische Bewerbungsverfahren genauer an. Welche Stellenbörse nutzen Sie von den über 2.500 Stellenbörsen? „Auch Experten können hier nur noch schwerlich den Überblick behalten“, schreibt der Recruiting-Profi und Blogger Stefan Scheller. Wenn schon Profis kaum den Überblick behalten, wie dann Laien?

Bewerber sind Laien in der Nutzung von Stellenbörsen. Sie können es üben, sie lernen hinzu und werden mit jeder Bewerbung besser. Aber ein Profi, Meisterin und Meister in der Recherche und Stellensuche? Die wenigsten Menschen werden Profis in der Nutzung von 2.500 Stellenbörsen. Wozu auch? Unternehmen erwarten als Mitarbeiter einen Profi fürs Kochen, Knoten, Kneten oder für Konstruktionen, nicht für die Stellensuche.

Lotto 6 aus 49?

Ein Unternehmen schaltet eine Stellenanzeige in der Erwartung, dass passende Kandidaten diese Stelle entdecken, daran hängen bleiben, sich dafür interessieren, die Bewerbung verfassen und tatsächlich abschicken. Dazu gehört häufig auch die Bereitschaft, neue Wege in Kauf zu nehmen oder sogar umzuziehen. Wie wahrscheinlich ist es, dass ein passender, umzugsbereiter Kandidat ausgerechnet JETZT Ihre Stellenanzeige entdeckt, spontan überzeugt ist, zu Ihnen will und loslegt? Millionen Angeboten konkurrieren mit Ihrer Stelle. Wenn ein passender Kandidat tatsächlich Ihre Stellenanzeige gefunden hat, sticht Ihr Angebot dann heraus? Ist Ihr Angebot unwiderstehlich und magnetisch anziehend?

Ein Volltreffer unter 2.500 Stellenbörsen mit Millionen Jobs in 3,6 Millionen Firmen für 43 Millionen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Deutschland, die mal mehr und mal weniger suchen, wirkt auf mich wie ‚Lotto 6 aus 49‘ mit knapp 14 Millionen Kombinationsmöglichkeiten. Durch die Inflation der Stellenbörsen müssten Sie Ihre Stellenanzeige heute in 20 oder 40 Börsen einstellen, um überhaupt mit den Zahlen von früher vergleichen zu können. Daher sagt eine sinkende Anzahl von Bewerbungen gar nichts über fehlende Bewerber aus, sondern viel mehr über die exponentiell gewachsenen Jobbörsen. Die gleich bleibende Aufmerksamkeit verteilt sich auf viel mehr Kanäle und Medien, denn mehr Aufmerksamkeit gibt es nicht.

Zweite Hürde: Profi für Kurztexte?

Best case. Ein passender Koch, Erzieher oder Mechatroniker hat Ihre Suchanzeige entdeckt. Die Kandidatin/ der Kandidat schreibt nun eine Bewerbung mit Lebenslauf. Kurz, knackig und in der aktuell angesagten tabellarischen Form. Vorlagen gibt es dafür genug. Man bekommt es irgendwie hin. Aber wer ist ein Profi für Kurztexte zu den eigenen Fertigkeiten und Erfahrungen? Suchen Sie Profis für tabellarische Kurztexte und aussagekräftige Anschreiben? Die wenigsten Unternehmen. Entscheidend sind die praktischen, konkreten Fähigkeiten in dem Job, für den man sich bewirbt.

Doch dieser Kurztext – Lebenslauf und Anschreiben – entscheidet, ob man in die engere Wahl kommt. Wie viele Diamanten gehen hier verloren, weil der Text nach einem Kieselstein aussah und den Brillanten nicht vermitteln konnte?

Fremde per Text

Experten wie Henrik Zaborowski sagen: „Niemand transportiert seine Persönlichkeit über ein Anschreiben und einen Lebenslauf. Niemand! Weil es nicht geht.“ Und er wird noch deutlicher: „Der Personaler fliegt in 7-10 Sekunden über den auf zwei genormten Seiten Lebenslauf und entdeckt die Persönlichkeit eines Menschen? Im Leben nicht.“

Personalsuchende ‚treffen‘ Bewerber als Fremde in Textform, und der Kurztext entscheidet, ob ein Mensch zum Vorstellungsgespräch eingeladen wird. Kann das so optimal funktionieren? Ist der Personalverantwortliche überhaupt ein Leseprofi? Ein Literat? Oder eher visuell veranlagt? Wie müssten mechanische, handwerkliche, erfinderische, innovative Fähigkeiten textlich verpackt sein, dass sie überzeugen?

Dritte Hürde: Profi für Präsentation?

Ist man nun eine/r der Glücklichen und hat diese beiden Hürde genommen, folgt die dritte Hürde, die mit der Kernkompetenz und dem ausgeschriebenen, gesuchten Job NICHTS zu tun hat. Nun gilt es, im Job-Interview Profi zu sein. Die selbstbewusste Darstellung der eigenen Fähigkeiten ist dran. Nicht zu viel, und nicht zu wenig. Kompetent, aber nicht arrogant. Was sagt uns die Vergangenheit? Ist die Lernfähigkeit in den kommenden Jahren nicht viel interessanter? Aber wie kommt man im Gespräch theoretisch darauf zu sprechen? Welche Rolle spielt Musik? Wissen Sie, welche Musik Ihre Mitarbeiter hören? Ingenieure und Software-Entwickler sind überproportional häufig auf dem Heavy-Metal-Festival in Wacken. Aber käme Ihr Ingenieurs-Bewerber im Wacken-T-Shirt, was dann? Gleich unten durch? Das Auge isst mit. Der erste Eindruck zählt. Wer ist Profi für Bewerbungsmode? Wer kleidet sich für jeden Anlass passend? Wer präsentiert sich in allen Belangen professionell?

Wie viele Diamanten gehen verloren, weil die Präsentation nicht brillant war? Aber ist es das, was Sie suchen? NEIN! Selbst Professoren und Dozenten, die regelmäßig reden, sind häufig schlechte Präsentatoren. Selbst professionelle Redner stehen mehrheitlich regungslos am Pult. Das ist schlecht präsentiert, weil das Gehirn Überraschungen und Bewegung braucht, um neuen Input wahrzunehmen. Wer schafft eine überzeugende Vorstellung? Eine Show? Die wenigsten Profis fesseln ihre Zuhörer und Zuschauer. Wie sollte es also funktionieren, dass sich in freier Rede ungeübte Menschen optimal präsentieren? Henrik Zaborowski legt noch einen drauf: „In einem oder zwei oder drei Vorstellungsgesprächen können Sie keinen Menschen wirklich kennenlernen. Das ist Humbug.

Drei 100% falsche Filter für die gesuchte Profession

Wer einmal joggen geht, würde sich niemals zum Marathon anmelden. Wer den Marathon in New York City läuft, hat sich akribisch vorbereitet über Monate oder sogar Jahre. Erwarten Sie von Kandidaten ein bestimmtes Handwerk, eine Fertigkeit und Erfahrungen in der Profession, die Sie ausgeschrieben haben und die Sie besetzen wollen? Ihre neuen Kolleginnen und Kollegen sollten die Profession beherrschen, die Ihre Wertschöpfung voran bringt!

Was hat das mit Jobbörsen-Suche, dem Schreiben tabellarischer Kurztexte und der professionellen Präsentation zu tun? Welchen Nutzen hat es für Unternehmen, dass Kandidaten durch denselben Filter gequetscht werden:

  1. Suche in 2.500 Stellenbörsen mit einer Lotto-Treffer-Quote
  2. Verfassen von Kurztexten und Diamant-Erkennung per Text
  3. live-Präsentation und Selbstdarstellung ohne Praxisbezug

Ihre Kandidaten sind in diesen drei Disziplinen zu 100 Prozent ungeübter als in der Kernkompetenz und der Profession, die Sie eigentlich suchen. Falsche Filter! Umwege und Sackgassen! Sie werfen mehr Diamanten weg als Sie erkennen.

Suchen, Texten und Präsentieren 

Zufällig bin ich ein Profi im Präsentieren, Vortragen und Entertainen. Ich verdanke meine 30 Jahre Erfahrung sowohl dem Schulfach „Speech“ als auch 10 Jahren ehrenamtlichen Trainings. Ein Berliner Ehepaar war so frei, sein Wohnzimmer für Tausende Jugendliche zu öffnen und hat mich darin gefördert, Gruppen zu leiten und Talkshows zu moderieren. Die Übung machte mich fit. Doch in der Regel ist es völlig unwahrscheinlich, dass Bewerberinnen und Bewerber Profis in diesen drei Fähigkeiten sind.

Eine sinnentleerte und fest zementierte Standard-Bewerber- und Job-Suche setzt besondere Fähigkeiten im Suchen, Texten und Präsentieren voraus. Warum muss sich ein Uhrenmacher oder Feinmechaniker im Bewerbungsgespräch gut darstellen und verkaufen können? Aufgaben, die nichts mit dem späteren Job zu tun haben, verschwenden Potenzial.

Beidseitig Frust

Die Lage auf dem Arbeitsmarkt ist zum Verzweifeln! Fachkräfte wollen so gerne einen Arbeitgeber finden, bei dem sie ihr Wissen und ihr Talent optimal einsetzen können. Auf der anderen Seite suchen Unternehmen händeringend nach Fachkräften. Auf beiden Seiten herrscht Frust.

Im Weg steht der Beton der Auswahlprozesse. Warum ändert sich trotz besseren Wissens so wenig? „Pro Jahr erscheinen mehr als 700 wissenschaftliche Publikationen zum Thema Personalauswahl, von denen so gut wie nichts in der Praxis ankommt.“, zitiert Hendrik Zaborowski Professor Uwe Kanning. Welch enorme Potenzialverschwendung, die bereits in der Geschichte der zwei Königskinder anklingt. Alle wollen, aber die passende Brücke und Verbindung fehlt:

  • Es waren zwei Königskinder, die hatten einander so lieb, sie konnten beisammen nicht kommen, das Wasser war viel zu tief.
  • Ach Liebster, könntest du schwimmen, so schwimm doch herüber zu mir! Drei Kerzen will ich anzünden, und die soll’n leuchten zu dir.
  • Ach Fischer, liebster Fischer, willst du verdienen groß Lohn, so wirf dein Netz ins Wasser und fisch mir den Königssohn.

Tag der Einheit

Es muss einfacher und sinnvoller gehen. Davon bin ich überzeugt. 2.500 Stellenbörsen und Text-Bewerbungen sind ein Umweg für menschliche und fachliche Passung. Heute am Tag der Deutschen Einheit werden wir daran erinnert, dass Mauern fallen. Die Mauer zwischen Ost und West ist schon schon genauso lange weg wie sie einst felsenfest stand. Die Verbindung zwischen Unternehmen und Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern kann auch völlig neu geschaffen werden.

Streichen Sie ‚geht nicht‘ aus Ihrem Vokabular. Lachen Sie freundlich aber bestimmt, wenn andere den ‚geht nicht‘-Unsinn verbreiten. Die Mauer ist weg. #AllesGehtAnders Auch Personalgewinnung geht GANZ ANDERS. Frei nach Henry Fords Weisheit: „Ob du glaubst, du schaffst es, oder ob du glaubst, du schaffst es nicht. Du wirst in beiden Fällen Recht behalten.“

Das Gute ist, um Neues zu entdecken, muss man zunächst an Grenzen stoßen. Im Recruiting gibt es einige Regeln zu brechen und Grenzen zu sprengen. Auf geht’s! #RockYourIdea

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